Entwicklungsbedeutsame Aspekte, didaktisches und pädagogisches Handeln im Unterricht in Frankreich und Deutschland rekonstruieren

Den Projektzusammenhang bildet eine kultur-hermeneutische Pädagogik, die sich pädagogischen und didaktischen Interventionen im Unterricht in Frankreich und in Deutschland widmet. Im Setting einer rekonstruktiven und "reflexiven Unterrichtsforschung" können Potentiale einer vergleichenden Forschung entfaltet werden. Perspektiven bieten diese Ergebnisse auch für binationale Studiengänge und forschungsbezogene Angebote in der Lehrerbildung, wie z.B. dem Cursus Integré an den Universitäten in Mainz und Dijon.

Theoretisch lässt sich bei den Rekonstruktionen von Unterrichtssequenzen aus Frankreich und Deutschland an strukturalen Entwürfen (Parsons, Bourdieu) und Interaktionistischen Modellen (Mead) anschließen, die ihrerseits ein Verstehen- und Durchschauen-Wollen von sozialer Praxis bis hin zu Fragen der Identitätsentwicklung als Bildungsmomente von Kindern und Jugendlichen thematisieren. Ausgehend von einer Vorstellung von Kultur als Aushandeln von Bedeutungen, von Sinn und Sinnsystemen, die Einzelne mehr und weniger inkorporiert haben, sind theoretische Überlegungen für den Umgang mit Unterrichtssequenzen (aus verschiedenen Muttersprachen) auch im Hinblick auf die jeweilige Struktur einer Sprache, die Informationsstruktur u.a. (Sprachbewusstsein) bedeutsam.

Anhand von empirischen Materialen können Grenzen und Möglichkeiten des Rekonstruierens von Unterrichtsstunden aus einem anderen Land methodengeleitet aufgezeigt und begründet werden. Das Ausloten von Gemeinsamkeiten und Unterschieden im Unterrichtsgeschehen ist im Medium des Theoretischen zu fundieren.

Projektlaufzeit:
seit 2007

Projektmitarbeiter:
Prof. Dr. Carla Schelle, Dipl.-Päd. Nina Meister
Institut für Erziehungswissenschaft

Studierende der Interpretationswerkstatt Unterricht aus Frankreich analysieren (Studium Bildungswissenschaften)