Betreuung von Promotionen an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Projekthintergrund

Die Betreuung von Promovierenden ist in Deutschland zwar ein viel diskutiertes aber noch wenig erforschtes Feld. Auch aus hochschulpolitischer Sicht kommt ihr eine zentrale Rolle zu. Die Betreuung durch eine einzelne Person, i.d.R. die Doktormutter oder der Doktorvater, wird der Betreuung durch mehrere Wissenschaftler in strukturierten Promotionsprogrammen gegenüber gestellt. Eine breite empirische Grundlage zu Fragen rund um die Betreuung fehlt bis dato. Bisherige deutsche Studien sind meistens rein deskriptiv angelegt und befassen sich mit der Thematik überwiegend als Teilaspekt innerhalb umfassenderer Befragungen zur Promotion allgemein oder sie sind begrenzt auf ausgewählte Fachbereiche.

Ziel des Projekts

Dies hat das Zentrum für Qualitätssicherung und -entwicklung der Universität Mainz zum Anlass genommen, ein Forschungsprojekt zu initiieren, das sich zum einen gezielt mit dem Thema "Betreuung" befasst und zum anderen fachübergreifend Daten erhebt.

Das Projekt soll dazu beitragen, Erkenntnisse über die Formen, die Schwerpunkte und die Bewertung der Promotionsbetreuung an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz zu liefern. Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Erklärung der Zufriedenheit der Promovierenden mit ihrer Betreuung. Vorliegende deutsche Untersuchungen zeigen, dass bis zu zwei Drittel der DoktorandInnen zufrieden mit der erfahrenden Betreuung sind, und das, obwohl die Beurteilung konkreter Betreuungsfelder Defizite aufzeigt. Es stellt sich die Frage, welche Faktoren zu Zufriedenheit (bzw. Unzufriedenheit) bei Promovierenden führen.

Ergebnisse aus der Arbeitszufriedenheitsforschung und Studien über Handlungsorientierungen, die in der Betreuungssituation zum Tragen kommen, geben Anlass zu der Vermutung, dass Zufriedenheit Folge der faktischen Betreuung sein kann, aber nicht sein muss. Sie kann auch infolge von Anpassungsleistungen und Umdeutungsprozessen entstehen. Ein anderer Erklärungsansatz geht davon aus, dass das Ausmaß der Übereinstimmung bzw. der Passung der Erwartungen und Einstellungen von Promovierendem und Betreuendem bei gleicher Betreuungsleistung unterschiedliche Zufriedenheitsempfindungen verursachen kann.

Methodisches Vorgehen

Befragt werden alle ProfessorInnen sowie die DoktorandInnen der Universität Mainz. Die Erhebung der Daten erfolgt in zwei Phasen. In der ersten Phase werden mit Hilfe eines standardisierten Fragebogens Daten zur Betreuung erhoben, in der zweiten Phase werden ergänzend konkrete Betreuungsdyaden mittels halbstandardisierter Interviews erfasst. Durch die gewählte Vorgehensweise können zum einen die Gruppe der BetreuerInnen und die Gruppe der Promovierenden jeweils für sich analysiert werden, zum anderen können beide Gruppen im Hinblick auf ihre Erwartungen, Rollenkonzepte und Einstellungen miteinander verglichen werden. Die Interviews konkreter Betreuungsdyaden erlaubt es darüber hinaus, die Befunde der Analyse auf Aggregatebenen in konkreten Betreuungsverhältnissen zu überprüfen.

Projektlaufzeit:
April 2007 bis April 2009

Projekt durchgeführt von:
Zentrum für Qualitätssicherung und -Entwicklung (ZQ), JGU Mainz