Starke Mütter – Starke Kinder

Wissenschaftliche Begleitung eines Modellprojektes zur Förderung von Wahrnehmung und Bildung für Kinder im Alter von 0-3 Jahren aus Familien in schwierigen Lebenslagen

Das Modellprojekt "Starke Mütter – Starke Kinder" wird vom Deutschen Kinderschutzbund Mainz e.V. durchgeführt, vom Ministerium für Bildung, Frauen und Jugend des Landes Rheinland-Pfalz unterstützt und vom Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Mainz wissenschaftlich begleitet. Das Angebot mit gemischter Komm- und Gehstruktur richtet sich an Kinder im Alter von 0–3 Jahren und deren Familien in benachteiligten Lebenslagen. Durch Erfahrungs- und Lernangebote für die Kinder wird eine erfolgreiche Integration in den Kindergarten vorbereitet. Das Projekt ist im Sozial- und Lebensraum der Zielgruppen implementiert. Es ist in der Mainzer Neustadt angesiedelt. Der Stadtteil weist hinsichtlich Bildungsniveau und sozialer Lage eine breite Streuung auf und es leben sehr viele Familien mit Kindern dort. Die Neustadt ist auch wegen der vergleichsweise günstigen Mieten für Familien mit geringem Einkommen, für Alleinerziehende, Familien mit Migrationsgeschichte und Studierende ein beliebter Wohnort. Ein spezielles Merkmal dieses Projektes ist es, dass Mütter aus dem gleichen Stadtteil durch den Deutschen Kinderschutzbund Mainz e.V. zur „Erziehungspartnerin“ geschult werden. Da sie selbst aus dem Umfeld der Zielpopulation stammen und selbst Mütter sind, werden sie mit hoher Wahrscheinlichkeit als kompetente Ansprechpartnerin akzeptiert und können so die Förderziele übermitteln.

Der Fokus der wissenschaftlichen Begleitung liegt auf den drei zentralen Personen Kind, Mutter und Erziehungspartnerin. Die wissenschaftliche Erhebung erfolgt weitgehend über die teilnehmenden Mütter und über die Erziehungspartnerinnen. Hierbei ergeben sich aus der Literatur drei zu evaluierende Hauptbereiche: Die Lebensqualität der Mutter, die soziale Netzwerkstruktur der Familie sowie Risikoeinschätzungen bei Kindeswohlgefährdung. Des Weiteren interessiert sich die wissenschaftliche Begleitung für Motivationen, Ziele und Erwartungen der Erziehungspartnerinnen sowie den Entwicklungsstand des Kindes beim Eintritt in den Kindergarten.

Im Laufe des Projektes sollen mindestens 15, höchstens aber 30 Familien mit Kindern im Alter von 7 Wochen oder älter, begleitet werden. Für die Erhebung sind drei Messzeitpunkte (t0 = beim Einstieg in das Projekt, t1 = nach 15 Monaten, t2 = am Ende des Praxisprojektes) vorgesehen. Dabei wird sowohl auf qualitative als auch auf quantitative Methoden der empirischen Sozialforschung zurückgegriffen.

Projektbeteiligte:
Prof. Dr. Franz Hamburger
Institut für Erziehungswissenschaft

Dipl.-Psych. Sabine Krömker

Projektlaufzeit (Praxisprojekt):
2005–2008