Nach PISA: Analyse der Bewältigungskompetenz von Jugendlichen in 20 Ländern: Intra- und interkulturelle Vergleiche (DFG, SE 408/20-1)

Jugendliche in verschiedenen Ländern sind aufgrund der zunehmenden Internationalisierung und Urbanisierung zum Teil mit recht ähnlichen Stressoren konfrontiert, zum Teil müssen sie aber auch kulturspezifische Stressoren bewältigen. In einer großen Studie an derzeit 13.000 Jugendlichen (12 bis 20 Jahre alt) wurden typische Stressoren und charakteristische Bewältigungsstrategien an Jugendlichen aus 20 Ländern (wie beispielsweise Afrika, Südamerika, Russland, Finnland, Griechenland, Portugal, Pakistan, Tschechien) untersucht und mit den Werten von gleichaltrigen deutschen Jugendlichen verglichen. Die bisherigen Auswertungen zeigen eine erhebliche Varianz zwischen den Ländern, aber auch viele gemeinsame Stressoren bzw. einheitliche Bewältigungsstile bei Belastungen. Auffällig war, dass sich beispielsweise Jugendliche aus den verschiedenen europäischen Ländern im Sinne eines Nord-Süd-Gefälles zum Teil erheblich unterschieden, dass aber deutsche Jugendliche durchaus nicht als das "Schlusslicht" in Bezug auf Bewältigungskompetenz zu betrachten sind. Sie weisen insgesamt im internationalen Vergleich eine sehr kompetente Herangehensweise auf. Gegenwärtig beziehen sich die Erhebungen auf den asiatischen Raum (Indien, Korea etc.), bislang noch ausstehende europäische Länder wie England und Frankreich sowie die USA und Kanada. Ein wichtiger Schwerpunkt der Auswertungen werden Vergleiche innerhalb der Länder mit verschiedenen Teilstichproben (intrakulturelle Varianz) im Vergleich zu Unterschieden zwischen Ländern (interkulturelle Varianz) sein. Die ersten Auswertungen zum Vergleich in Bezug auf die Stressbereiche Eltern und Schule finden sich in der folgenden Publikation:

Seiffge-Krenke, I. (2006). Nach Pisa. Stress in der Schule und mit den Eltern. Bewältigungskompetenz deutscher Jugendlicher im internationalen Vergleich. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.

Projektleitung:
Prof. Dr. Inge Seiffge-Krenke
Psychologisches Institut