Bedingungen und Wirkungen dezentraler und zentraler Abschlussprüfungen im naturwissenschaftlichen Unterricht

Zentrale Prüfungen (insbesondere das Zentralabitur) sind mittlerweile in fast allen Bundesländern implementiert. Gleichwohl sind der organisatorische Rahmen und die Wirkung der Prüfungsmodalität beim Abitur (dezentral/zentral) auf schulische Arbeitsprozesse und -ergebnisse bisher kaum untersucht. Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Projekt greift dieses Forschungsdesiderat mit Bezug auf Educational Governance-Ansätze als Fallstudie im Rahmen explorativer, quantitativ orientierter empirischer Bildungsforschung auf. Als Basis dient eine aktuelle Bestandsaufnahme der teils deutlich unterschiedlichen Prüfungspraxis zwischen den deutschen Bundesländern sowie ausgewählten internationalen Referenzstaaten, um die Erhebungsinstrumente der zweiten Projektphase zu optimieren und die Befunde kontextspezifisch interpretieren zu können. In der zweiten Phase werden an Gymnasien und in einer kleineren Stichprobe an Gesamtschulen in drei unterschiedlich prüfenden Ländern (Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen) die in der Literatur formulierten und weitgehend ungeprüften Thesen zur Wirkung der Prüfungsform auf schulsystemischer, einzelschulischer, unterrichtlicher und individueller Ebene geprüft. Dabei werden auch fachspezifische Unterschiede analysiert. Eingesetzt werden u. a. standardisierte Befragungsinstrumente im Querschnittdesign und Expertenratings bei Aufgabenanalysen in den naturwissenschaftlichen Fächern im Längsschnittdesign. In der dritten Phase werden die entwickelten Instrumente für zwei bis drei internationale Vergleichsländer, die unterschiedliche Steuerungsphilosophien und Organisationsstrukturen zentraler Abschlussprüfungen repräsentieren, adaptiert, um die nationalen Befunde der zweiten Projektphase im internationalen Vergleich zu validieren bzw. die spezifische Wirkung der Kombination von Prüfungselementen – auch in ihrer Einbettung in nationale kulturelle und gesellschaftliche Kontexte – zu analysieren. Hierzu sind Experteninterviews mit Akteuren auf der Ebene der Bildungsadministration und der Einsatz standardisierter Befragungsinstrumente in Schulen vorgesehen.

Das Projekt ist an der Universität Mainz/ZBH angesiedelt und wird in Kooperation mit der DFG-Forschergruppe "Naturwissenschaftlicher Unterricht" an der Universität Duisburg-Essen durchgeführt.

Projektbeteiligte an der Universität Mainz:
Prof. Dr. Isabell van Ackeren, Dr. Rainer Block

E. Dominique Klein
Promotionsvorhaben zum Thema: "Zentrale Abschlussprüfungen als Steuerungsinstrument im Mehrebenensystem Schule? Ein explorativer Vergleich ausgewählter OECD-Staaten" (Arbeitstitel)

Projektbeteiligte an der Universität Duisburg-Essen:
Svenja Mareike Kühn
Promotionsvorhaben zum Thema: "Analyse von Prüfungsaufgaben in zentralen und dezentralen Abiturprüfungsverfahren am Beispiel der naturwissenschaftlichen Unterrichtsfächer"

Projektlaufzeit:
April 2007 bis März 2010