PaLerMe - Partizipative Lehr- und Lernprozesse mit digitalen Medien im Unterricht gestalten können. Eine empirische Studie zur mediendidaktischen Kompetenz von Lehrkräften.

Der seit Mitte der 1990er Jahre geführte Diskurs um ein verändertes Lehren und Lernen mit digitalen Medien im Sinne eines konstruktivistisch orientierten Verständnisses vom Wissenserwerb erhält durch die Entwicklungen des Internets hin zum sogenannten „Web 2.0“ oder „Mitmachnetz“ bedeutsame Impulse. Schlagworte wie Ermöglichung von mehr Austausch, aktiver Beteiligung potenziell aller Nutzenden durch Produktion eigener Inhalte sowie vermehrte Kooperation und Interaktion dominieren den Diskurs. Die Chance zur vermehrten Partizipation ist hier das zentrale Stichwort und zugleich die gesellschaftliche und medienpädagogische Herausforderung. Mit den veränderten technologischen Anforderungen durch die Arbeit mit netzbasierten, digitalen Werkzeugen (z.B. Wikis, Weblogs oder Podcasts) ergeben sich zwangsläufig für formale Bildungskontexte wie den schulischen Unterricht neue Anforderungen und Herausforderungen. Bei den heutigen Schüler/innen kann man zumindest von einer hohen Affinität zur Nutzung digitaler Medien ausgehen. Dieses gilt zur Zeit noch nicht für Lehrer/innen, die heute aufgefordert sind, ihren Unterricht mit Blick auf Kompetenzorientierung, Individualisierung und lebenslanges Lernen zu gestalten. Für die Erreichung dieser Ansprüche und die Qualitätsverbesserung des eigenen Unterrichts nicht die Potenziale netzbasierter Medien und Werkzeuge mangels medienpädagogischer und vor allem mediendidaktischer Kompetenz zu nutzen wäre von Seite der Lehrer/innen geradezu fahrlässig. Empirische Untersuchungen zur Integration sogenannter „Web-2.0-Angebote“ im Schulunterricht liegen bisher nicht vor, so dass der aktuelle Diskurs stark erfahrungsbasiert und normativ geprägt ist. Das Projekt untersucht grundlegend den Kern der Debatte, indem der Fokus auf partizipative Lehr- und Lernprozesse im schulischen Unterricht mit netzbasierten Werkzeugen und digitalen Medien im Sinne der „Web-2.0-Idee“ gelegt wird. Das vorliegende Projekt zielt darauf ab, empirisch fundiert Antworten auf die folgenden Fragen zu geben:

•        Welche Stufen partizipativen Lernens mit digitalen Medien lassen sich in welcher Intensität in der Schule realisieren?

 •        Inwiefern sind die unterschiedlichen Grade von Partizipation für den aktiven Lernprozess und den Wissenserwerb der Schüler/innen förderlich?

 •        Über welche mediendidaktischen Kompetenzen für die Gestaltung partizipativer Lernprozesse mit digitalen Medien müssen Lehrer/innen (mindestens) verfügen?

Hierfür werden im Projekt ausgewählte schulische „best-practice“-Beispiele explorativ untersucht. In einem Nachfolgeprojekt soll einerseits die qualitative Studie weitergeführt und andererseits eine repräsentative, quantitative Untersuchung durchgeführt werden, die den Zusammenhang von partizipativem Lernen mit digitalen Medien/Web 2.0-Angeboten, Wissenserwerb der Schüler/innen und mediendidaktische Kompetenz der Lehrer/innen erforscht. Gesamtziel des Projekts ist es, empirisch basierte Empfehlungen für die medienbezogene Lehrerbildung auszusprechen.

 

Projektlaufzeit: 2010 bis 2011

 

Ansprechpartner:

Junprof. Dr. Kerstin Mayrberger

Institut für Erziehungswissenschaft

 

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