Leise Differenzieren. Schulische Ungleichheit unterhalb der Sprache

Im Projekt "Leise Differenzieren" werden Formen von Ungleichheit zwischen Schülern erforscht, die sich unterhalb der Sprache des Schulunterrichts befinden. Das Projekt soll Differenzen zwischen Schülern in den Mittelpunkt stellen, die nicht in Leistungsunterschieden, sondern in der Schweigsamkeit ihres Handelns entstehen, in ihren Gesten, Haltungen und Bewegungen und die beobachtbar werden, aber dennoch unterhalb des Diskurses bleiben. Das Projekt soll der Hypothese nachgehen, dass der Bildungsauftrag der Schule und der damit verbundene Anspruch auf Chancengleichheit seine stärkste und unüberwindlichste, weil zugleich nicht zur Sprache zu bringende Grenze in der ungleichen Verteilung eines körperlichen Könnens und Wissens hat, sich ‚angemessen‘ in der Schule zu bewegen. Gegenüber kognitiven Leistungsunterschieden zwischen Schülern, die in Studien zu schulischer Ungleichheit häufig ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt werden, soll es in diesem Projekt um Differenzen gehen, die nicht diskursiv werden und sich allein auf einer solchen schweigsamen Ebene konstituieren.

Das Programm des Projekts möchte den soziologischen Begriff der schulischen Ungleichheit in eine praxeologische Form übersetzen. Dazu soll es Differenzen in den körperfundierten Praktiken von Schülern erforschen.

Ansprechpartner:
Monika Falkenberg
Institut für Erziehungswissenschaft