Soziale Sicherung von Honorarkräften in der Weiterbildung: Eine schriftliche Befragung zur Erfassung rentenversicherungspflichtiger Einkommen von selbstständigen Dozentinnen und Dozenten

Anlass für das Projekt war die als kritisch wahrgenommene soziale Alterssicherung von in der Weiterbildung beschäftigten Dozentinnen und Dozenten. Honorarlehrkräfte gehören zu einer Gruppe von Selbstständigen, die bei Erreichen bestimmter Einkommensgrenzen unter die Rentenversicherungspflicht fallen. Sobald ihre Einkünfte eine Geringfügigkeitsgrenze erreichen, müssen sie den vollen Satz aus eigenen Mitteln aufbringen. Je nach Honorarsatz ist dadurch zu befürchten, dass



  • hoch qualifizierte Lehrkräfte ihre Tätigkeit im Bereich der Weiterbildung einschränken oder ganz in benachbarte, besser honorierte Berufsfelder abwandern,
  • der Professionalisierungsgrad und die Qualität im Bereich der Weiterbildungsangebote auf Dauer leiden,
  • trotz Versicherungspflicht viele Honorarkräfte nicht in der Rentenversicherung erfasst sind,
  • und besonders Frauen von diesen Regelungen betroffen und benachteiligt sind.

Ziel des Projekts war die Erfassung der Einkommensstruktur von in der Weiterbildung beschäftigten Honorarkräften der Volkshochschulen in der Region Rheinhessen. Dabei ging es primär um eine Einschätzung der Anzahl derjenigen, die aufgrund ihrer Einkünfte unter die Rentenversicherungspflicht fallen: Wie viele Honorarkräfte sind nebenberuflich, wie viele hauptberuflich in der Weiterbildung als Honorarkräfte tätig? Wie hoch sind die Honorare insgesamt, die die Honorarkräfte in der Weiterbildung erwirtschaften und auf welche Weiterbildungsträger (kommerziell, öffentlich-rechtlich) verteilen sich die Honorare und in welcher Höhe? Gibt es systematische Unterschiede in der Verteilung von haupt- und nebenberuflichen Honorarkräften auf die Volks-hochschulen? Lässt sich eine unterschiedliche Betroffenheit von der Rentenversicherungspflicht zwischen weiblichen und männlichen Honorarkräften feststellen?

Um diese Fragen zu beantworten wurde eine schriftliche postalische Befragung von ca. 2000 Honorarkräften aus 13 Volkshochschulen der Region Rheinhessen konzipiert und durchgeführt. Finanziert wurde das Projekt aus Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Weiterbildung, Jugend und Kultur Rheinland-Pfalz und der VHS Mainz.

Ansprechpartner:
Dr. Jürgen Schiener
Institut für Soziologie 

Horst Leder
Volkshochschule Mainz