Übergänge und lebenslanges Lernen in akademischen Arbeitsmärkten

Thema des Forschungsprojekts sind diskontinuierliche Erwerbsbiographien und -verläufe von Erwerbspersonen mit Hochschulabschlüssen in unterschiedlichen Fachrichtungen und verschiedenen Geburtskohorten. Untersucht werden einerseits Erwerbsverläufe – Art, Abfolge und Dauer von Erwerbspositionen und -phasen – in einem Teilprojekt mit Methoden der quantitativen Sozialforschung sowie andererseits Erwerbsbiographien – subjektive Präsentationen und biographische Konstruktionen des persönlichen Werdegangs – in einem Teilprojekt mit Methoden der qualitativen Sozialforschung.

Im qualitativen Teilprojekt werden Primärdaten anhand von Leitfadeninterviews erhoben und bevorzugt nach der Methode der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet, die durch weitere qualitative Auswertungsverfahren ergänzt werden soll (u.a. narrationsstrukturelles Verfahren).

Im quantitativen Teilprojekt werden zunächst Sekundäranalysen verfügbarer Datenbestände (Mikrozensus Panel, Sozio-ökonomisches Panel, Lebensverlaufsstudie) vorgenommen, die jedoch für unser Thema jeweils unterschiedliche Einschränkungen aufweisen (Fallzahlen, Möglichkeiten der Längsschnittauswertung, Erfassung unterschiedlicher Hochschulabschlüsse). Zusätzlich werden deshalb Primärdaten zu den Erwerbsverläufen von Erwerbspersonen mit Hochschulabschluss bestimmter Fachrichtungen erhoben und mit den Verfahren der Ereignis- und Sequenzmusteranalyse, sowie der Mehrebenenanalyse ausgewertet.

Zur Begründung des spezifischen Forschungsdesigns lässt sich ein zentrales Ergebnis des ebenfalls durch das Zentrum für Bildungs- und Hochschulforschung geförderten Vorläuferprojekts "Übergänge vom Studium in den Beruf" (von Felden/Schiener, Hrsg., 2010) anführen: Der Erwerbseinstieg von Hochschulabsolventinnen und -absolventen wird demnach in den ersten Jahren stark durch die Fachrichtung des Studienabschlusses beeinflusst.

An dieses Forschungsergebnis schließen zwei Fragestellungen an:

1. Handelt es sich dabei um eine nachhaltige Strukturierung der Erwerbsverläufe, die über einen längeren Zeitraum wirksam bleibt, und wie wird eine solche "Pfadabhängigkeit" biographisch verarbeitet?

2. Gibt es Unterschiede in der studienfachspezifischen Prägung der Erwerbsverläufe für verschiedene Geburtskohorten, die auf eine Auflösung oder Flexibilisierung akademischer Erwerbskarrieren hindeuten, und wie werden entsprechende Entwicklungen durch die Betroffenen wahrgenommen und interpretiert?

Das Projekt "Diskontinuierliche Erwerbsbiographien mit Hochschulabschluss? Übergänge und lebenslanges Lernen in akademischen Arbeitsmärkten" ist ein Kooperationsprojekt zwischen der Arbeitsgruppe Erwachsenenbildung/Weiterbildung des Instituts für Erziehungswissenschaft und dem Institut für Soziologie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. 

Projektbeteiligte:
Heide von Felden, Kira Nierobisch, Maria Wagner

(Institut für Erziehungswissenschaft)


Peter Preisendörfer, Jürgen Schiener, Dirk Böpple
(Institut für Soziologie)