Schulbücher als dingliche Medien

Die Schulbuchforschung beschäftigt sich mit der Frage, welche gesellschaftlichen Vorstellungen und Ideen bei der Gestaltung von verschiedenen Schulbüchern eine Rolle spielen. Hierbei wird deutlich, dass die verschiedenen Schulbücher kulturell geprägte Medien sind. Dabei bleibt die Rolle des Schulbuchs auf seine Inhalte beschränkt, ohne es in seiner materiellen und medialen Qualität zu erforschen. Dieses Forschungsprojekt geht davon aus, dass die materiellen Träger von Wissen entscheidend an der Darstellung der Inhalte beteiligt sind und Wahrnehmung und Umgang mit den Inhalten mitbestimmen. Aus dieser Perspektive lassen sich folgende Fragestellungen für dieses Projekt ableiten: Wie stellt das Schulbuch Inhalte dar? Welches Wissen dient als Grundlage für die Inhaltsdarbietung? Wie nehmen Lehrer und Schüler darauf Bezug, damit es ihnen etwas zeigen kann? Zur Beantwortung dieser Fragen nimmt das Projekt eine praxistheoretische Perspektive ein, die das praktische Wissen, das der Darstellungsleistung zugrunde liegt, untersucht.

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Herbert Kalthoff
Institut für Soziologie, JGU