Effekte schulischer Evaluationspraxis auf Schülerleistung

Evaluationsgestützte Schul- und Unterrichtsentwicklung ist ein wesentliches Ziel gegenwärtiger Steuerungsbemühungen im deutschen Schulsystem. Mit der Einführung von bildungsstandardbasierten Tests, zentralen Abschlussprüfungen, externen sowie internen Evaluationen verbindet die Bildungspolitik in den meisten Bundesländern hohe Erwartungen hinsichtlich einer datenbasierten Weiterentwicklung von Schule und Unterricht, die idealerweise in einer Verbesserung der Schülerleistung mündet. Bislang liegen allerdings kaum empirische Befunde vor, die die Wirksamkeit unterschiedlicher Strategien der Datennutzung im Hinblick auf Schülerleistungen untersuchen. Im Sinne eines holistischen Ansatzes der Qualitätssicherung und -entwicklung stehen in Schulen für die Initiierung von Entwicklungsaktivitäten Daten aus Vergleichsarbeiten, zentralen Abschlussprüfungen, der Schulinspektion und internen Evaluationen zur Verfügung. Ziel des Projektes ist es die (steuerungspolitisch intendierten) Effekte schulischer Evaluationspraxis auf die Entwicklung der (adjustierten) Schülerleistung zu analysieren sowie ko-determinierende organisationale Merkmale der Schulen zu untersuchen. Zu diesem Zweck soll ein umfangreicher Datensatzes für Sekundäranalysen generiert werden. Dieser besteht einerseits aus Befragungsdaten von Schul- und Fachkonferenzleitungen zur schulischen Evaluationspraxis und Merkmalen der Organisation Schule sowie andererseits aus verschiedenen routinemäßig erhobenen Schülerleistungsdaten aus Vergleichsarbeiten sowie zentralen Abschlussprüfungen verschiedener Kohorten um Längsschnittanalysen zu ermöglichen.

Ansprechpartner:
Dr. Sebastian Wurster ( )
Institut für Erziehungswissenschaft, AG Schulforschung/Schulpädagogik, JGU